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Heimische Räucherpflanzen


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Rezension von

Ragan Tanger

Heimische Räucherpflanzen Der Geruch unserer Heimat Viele können sich dieses Zaubers gar nicht erinnern, obwohl er jahrhundertelang ein stetiger Begleiter des Kulturphänomens Mensch war und erst in den letzten Jahrzehnten nahezu in völlige Vergessenheit geraten ist. Die Rede ist vom Räucherduft, vom Liebreiz des Sinnlichen, von der Kraft der Gerüche, die uns umgeben, umnebeln und bereichern wollen. Sicher, gänzlich auszulöschen ist dieses Phänomen nicht, denn immerhin haben sich auch im Handyzeitalter Weihnachtsbäckereidüfte oder unverwechselbare jahreszeitliche Pflanzenabsonderungen erhalten. Mit der Räucherung, wie sie in dem Buch „Heimische Räucherpflanzen“ beschrieben wird, hat das allerdings nichts mehr zu tun; aber man muss schon so weit ausholen, damit man überhaupt noch einen Bezug zum Verständnis des natürlichen Duftes bekommen kann. Thomas Kinkele hingegen ist ein echter Experte, der bereits mehrere Werke über Pflanzen und Räucherrituale veröffentlicht hat. Beides geht Hand in Hand, denn die Seele der Pflanze breitet sich über dem Funken aus, so dass man neben dem handwerklichen Verständnis auch einen intuitiven und lebendigen Zugang zu den organischen Grundlagen herstellen muss. Kinkele kann dies wie kein Zweiter, lebt es authentisch auf seinem Krafthof in Norddeutschland vor, und führt uns umfassend und nützlich in die Kunst des Räucherns ein. Bevor wir allerdings mit der Praxis anfangen können, erfahren wir grundlegende Dinge über das keltische Kalenderverständnis und somit die Jahressicht unserer natürlichen Vorfahren. Die vier kardinalen Sonnenpunkte sowie die sogenannten Kreuzvierteltage sind das Zentrum jedweden Zeitrades. Ebenfalls keltischen Ursprungs ist der Bezug zur heiligen Zahl Neun, die Kinkele als neun heilige Tore mit entsprechenden Werten vorstellt und praktischerweise gleich die dazugehörigen Pflanzenkräfte integriert. Auch den Planeten werden die Eigengewächse zugeordnet, nicht wahllos, sondern fundiert und historisch nachvollziehbar. Gerade durch diese umfassend Einführung ist man bestens eingestimmt auf das tatsächliche Räucherritual, das in seiner Praxis (also dem Wie des Aktes) leider etwas kurz kommt, dafür aber wird der „Smudge“, ein aus dem Indianischen stammender Begriff für die Bündelung mehrerer (im Idealfall neun) Pflanzen, ausführlich vorgestellt. Das Herzstück bilden dann die heimischen Gewächse, bei denen die zu räuchernden Teile mit Stängel, Blättern, Rinden, Wurzeln oder Blüten, je nach Pflanze alles beinhalten können. Hilfreich sind die biologischen Fachbezeichnungen am Ende; ein Bestimmungsbuch braucht der, der sie nicht kennt, aber dennoch. Kinkele stellt insbesondere den Mythos und die Magie der jeweiligen Pflanze vor und konzentriert sich auf Signaturen und Duftbotschaften, also auf die analogen Elemente jener Wesen, für die es ein weites Herz und eine tiefe Empfindung baucht – diese hat der Autor glücklicherweise im Überfluss. Das Buch ist letztlich eine herzliche Einladung, mit den Pflanzenhelfern zusammenarbeiten und in Form von Ritualen, Räucherdüfte als Teil der persönlichen Religion zu integrieren. Gerade weil viele Menschen nicht mehr die Sprache der Pflanzen sprechen, ist es umso dringlicher, dass mutige und kluge Vorreiter wie Kinkele an der Spitze stehen und mit solch praxisbezogenen Leitfäden die Verbindung zur wirklichen Welt wieder herstellen.

Der Geruch unserer Heimat

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Viele können sich dieses Zaubers gar nicht erinnern, obwohl er jahrhundertelang ein stetiger Begleiter des Kulturphänomens Mensch war und erst in den letzten Jahrzehnten nahezu in völlige Vergessenheit geraten ist. Die Rede ist vom Räucherduft, vom Liebreiz des Sinnlichen, von der Kraft der Gerüche, die uns umgeben, umnebeln und bereichern wollen. Sicher, gänzlich auszulöschen ist dieses Phänomen nicht, denn immerhin haben sich auch im Handyzeitalter Weihnachtsbäckereidüfte oder unverwechselbare jahreszeitliche Pflanzenabsonderungen erhalten. Mit der Räucherung, wie sie in dem Buch „Heimische Räucherpflanzen“ beschrieben wird, hat das allerdings nichts mehr zu tun; aber man muss schon so weit ausholen, damit man überhaupt noch einen Bezug zum Verständnis des natürlichen Duftes bekommen kann.

Thomas Kinkele hingegen ist ein echter Experte, der bereits mehrere Werke über Pflanzen und Räucherrituale veröffentlicht hat. Beides geht Hand in Hand, denn die Seele der Pflanze breitet sich über dem Funken aus, so dass man neben dem handwerklichen Verständnis auch einen intuitiven und lebendigen Zugang zu den organischen Grundlagen herstellen muss. Kinkele kann dies wie kein Zweiter, lebt es authentisch auf seinem Krafthof in Norddeutschland vor, und führt uns umfassend und nützlich in die Kunst des Räucherns ein. Bevor wir allerdings mit der Praxis anfangen können, erfahren wir grundlegende Dinge über das keltische Kalenderverständnis und somit die Jahressicht unserer natürlichen Vorfahren. Die vier kardinalen Sonnenpunkte sowie die sogenannten Kreuzvierteltage sind das Zentrum jedweden Zeitrades.

Ebenfalls keltischen Ursprungs ist der Bezug zur heiligen Zahl Neun, die Kinkele als neun heilige Tore mit entsprechenden Werten vorstellt und praktischerweise gleich die dazugehörigen Pflanzenkräfte integriert. Auch den Planeten werden die Eigengewächse zugeordnet, nicht wahllos, sondern fundiert und historisch nachvollziehbar. Gerade durch diese umfassend Einführung ist man bestens eingestimmt auf das tatsächliche Räucherritual, das in seiner Praxis (also dem Wie des Aktes) leider etwas kurz kommt, dafür aber wird der „Smudge“, ein aus dem Indianischen stammender Begriff für die Bündelung mehrerer (im Idealfall neun) Pflanzen, ausführlich vorgestellt.

Das Herzstück bilden dann die heimischen Gewächse, bei denen die zu räuchernden Teile mit Stängel, Blättern, Rinden, Wurzeln oder Blüten, je nach Pflanze alles beinhalten können. Hilfreich sind die biologischen Fachbezeichnungen am Ende; ein Bestimmungsbuch braucht der, der sie nicht kennt, aber dennoch. Kinkele stellt insbesondere den Mythos und die Magie der jeweiligen Pflanze vor und konzentriert sich auf Signaturen und Duftbotschaften, also auf die analogen Elemente jener Wesen, für die es ein weites Herz und eine tiefe Empfindung baucht – diese hat der Autor glücklicherweise im Überfluss.

Das Buch ist letztlich eine herzliche Einladung, mit den Pflanzenhelfern zusammenarbeiten und in Form von Ritualen, Räucherdüfte als Teil der persönlichen Religion zu integrieren. Gerade weil viele Menschen nicht mehr die Sprache der Pflanzen sprechen, ist es umso dringlicher, dass mutige und kluge Vorreiter wie Kinkele an der Spitze stehen und mit solch praxisbezogenen Leitfäden die Verbindung zur wirklichen Welt wieder herstellen.

geschrieben am 13.07.2010 | 467 Wörter | 2875 Zeichen

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