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DAS PRAXISBUCH DER MEDITATION


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Rezension von

Ragan Tanger

DAS PRAXISBUCH DER MEDITATION Mittendrin statt nur dabei Der etymologische Ursprung des Wortes Mediation ist entwaffnend. Gegenüber der allgemeinen Überzeugung, dass die Mitte, also das lateinische Medium, den Kerngedanken der Herkunft symbolisiert, schält das Bedeutungswörterbuch das lateinische Wort meditari heraus; und dass bedeutet nichts anderes als denken, nachsinnen oder überlegen. Und um der Sache noch die Krone aufzusetzen besteht eine nicht zu leugnende Wortverwandtschaft zum Wort mederi, dass mit heilen übersetzt werden darf. Eine stattliche Ansammlung höchst ernst zu nehmender Bedeutungen also, die einleitend die Vielschichtigkeit und das besonderes dieses Wortes herausstellen wollen. Denken und heilen sind die lateinischen Wurzeln der Meditation und erst die vermutete Übersetzung, nämlich die Vermittlerposition oder die innere Mitte, werden dem gerecht, was man sich gemeinhin unter diesem Begriff vorstellt. Durch einfache, atmende, wahrnehmende Haltungen zur eigenen Ausgeglichenheit, zur persönlichen Mitte zu kommen – das ist das Ziel. Und das Denken stört dabei diametral. Vielleicht passt diese etymologische Einleitung aber auch zu den vielen Missverständnisse, die im Westen rund um die Meditation kursieren. Dabei ist’s eigentlich so einfach oder wie der weise Lehrer sagt: Du willst meditieren? Dann atme bewußt. Claudine und Henri Czechorowski haben nun einen Meditationsleitfaden mit vielen praktischen Übungen herausgegeben, dem ich anfangs skeptisch gegenüber stand; denn der häufigste Fehler bei der Übertragung dieses zentralen Gemeinguts spiritueller Wahrheit besteht in der Formalisierung und Definition von Übungen und Methodiken, die letztlich individuell und situativ immer neu erfunden werden wollen. Doch die praktischen Übungen in diesem Buch überzeugen eindeutig, auch wenn der ein oder andere methodische Lapsus (Der Rücken muss gerade sein, die Übungen müssen zigmal wiederholt werden) dabei ist. Aber dennoch: die Kraft der inneren Stille hat das Autorenpaar geführt, um ein starkes und sehr nützliches Werk zu präsentieren. Der einführende Vorschlag, die Übungen der in diesem Buch vorgegebenen Reihe nach auszuführen ist ein starker Auftakt, denn die Übungsabfolge ist wunderbar und in sich stimmig. Wer mit dem Atem beginnt, diesem den entsprechenden Raum lässt und verständlich und sinnvoll erklärt, kann durchaus punkten. Die weiteren Techniken der Mantras, Mudras, Konzentrationen, Vísualisationen oder therapeutischen Mediationen sind immer gut erklärt, größtenteils angenehm bebildert und schlüssig in den Gesamtkomplex integriert. Nicht dreißig verschiedene Sitzhaltungen dominieren den Inhalt, sondern herrlich viele methodische Ansätze und tolle Vorschläge. Das Besondere an diesem Buch: Jeder wird von dem großen Pool der angebotenen Praxiskenntnisse profitieren und die ihm nahestehende Übung nutzen können. Darüber hinaus ist die Vorgehensweise – verglichen zu vielen anderen spirituellen Ratgebern auf dem Markt – unheimlich gelassen und unaufgeregt; die methodische Vielfalt zeigt darüber hinaus, dass sich die Autoren nicht auf ein Konzept festlegen lassen wollten. Genau damit kommen sie dem Grundgedanken der Meditation nahe; auch wenn die alten Römer dem Nachdenken die Priorität gegeben haben, die innere Mitte, die Ausgeglichenheit und die Transzendenz, ja, die Auflösung der Beschränktheit des Egos, sind die wahren Kerngedanken der Meditation – genau jene können hier leibseelisch und emotional-spirituell erfahren werden. Wie? Indem man sich diesem Buch in aller Ruhe annähert.

Mittendrin statt nur dabei

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Der etymologische Ursprung des Wortes Mediation ist entwaffnend. Gegenüber der allgemeinen Überzeugung, dass die Mitte, also das lateinische Medium, den Kerngedanken der Herkunft symbolisiert, schält das Bedeutungswörterbuch das lateinische Wort meditari heraus; und dass bedeutet nichts anderes als denken, nachsinnen oder überlegen. Und um der Sache noch die Krone aufzusetzen besteht eine nicht zu leugnende Wortverwandtschaft zum Wort mederi, dass mit heilen übersetzt werden darf. Eine stattliche Ansammlung höchst ernst zu nehmender Bedeutungen also, die einleitend die Vielschichtigkeit und das besonderes dieses Wortes herausstellen wollen.

Denken und heilen sind die lateinischen Wurzeln der Meditation und erst die vermutete Übersetzung, nämlich die Vermittlerposition oder die innere Mitte, werden dem gerecht, was man sich gemeinhin unter diesem Begriff vorstellt. Durch einfache, atmende, wahrnehmende Haltungen zur eigenen Ausgeglichenheit, zur persönlichen Mitte zu kommen – das ist das Ziel. Und das Denken stört dabei diametral. Vielleicht passt diese etymologische Einleitung aber auch zu den vielen Missverständnisse, die im Westen rund um die Meditation kursieren. Dabei ist’s eigentlich so einfach oder wie der weise Lehrer sagt: Du willst meditieren? Dann atme bewußt.

Claudine und Henri Czechorowski haben nun einen Meditationsleitfaden mit vielen praktischen Übungen herausgegeben, dem ich anfangs skeptisch gegenüber stand; denn der häufigste Fehler bei der Übertragung dieses zentralen Gemeinguts spiritueller Wahrheit besteht in der Formalisierung und Definition von Übungen und Methodiken, die letztlich individuell und situativ immer neu erfunden werden wollen. Doch die praktischen Übungen in diesem Buch überzeugen eindeutig, auch wenn der ein oder andere methodische Lapsus (Der Rücken muss gerade sein, die Übungen müssen zigmal wiederholt werden) dabei ist. Aber dennoch: die Kraft der inneren Stille hat das Autorenpaar geführt, um ein starkes und sehr nützliches Werk zu präsentieren.

Der einführende Vorschlag, die Übungen der in diesem Buch vorgegebenen Reihe nach auszuführen ist ein starker Auftakt, denn die Übungsabfolge ist wunderbar und in sich stimmig. Wer mit dem Atem beginnt, diesem den entsprechenden Raum lässt und verständlich und sinnvoll erklärt, kann durchaus punkten. Die weiteren Techniken der Mantras, Mudras, Konzentrationen, Vísualisationen oder therapeutischen Mediationen sind immer gut erklärt, größtenteils angenehm bebildert und schlüssig in den Gesamtkomplex integriert. Nicht dreißig verschiedene Sitzhaltungen dominieren den Inhalt, sondern herrlich viele methodische Ansätze und tolle Vorschläge.

Das Besondere an diesem Buch: Jeder wird von dem großen Pool der angebotenen Praxiskenntnisse profitieren und die ihm nahestehende Übung nutzen können. Darüber hinaus ist die Vorgehensweise – verglichen zu vielen anderen spirituellen Ratgebern auf dem Markt – unheimlich gelassen und unaufgeregt; die methodische Vielfalt zeigt darüber hinaus, dass sich die Autoren nicht auf ein Konzept festlegen lassen wollten. Genau damit kommen sie dem Grundgedanken der Meditation nahe; auch wenn die alten Römer dem Nachdenken die Priorität gegeben haben, die innere Mitte, die Ausgeglichenheit und die Transzendenz, ja, die Auflösung der Beschränktheit des Egos, sind die wahren Kerngedanken der Meditation – genau jene können hier leibseelisch und emotional-spirituell erfahren werden. Wie? Indem man sich diesem Buch in aller Ruhe annähert.

geschrieben am 14.04.2011 | 485 Wörter | 3041 Zeichen

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