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Ballett: Eine visuelle Reise durch die Geschichte des Tanzes


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Rezension von

Adrian Witt

Ballett: Eine visuelle Reise durch die Geschichte des Tanzes Sei es nun mit Partner, in Gruppen oder auch alleine – Auf der ganzen Welt und in jeder Kultur lieben es die Menschen zu tanzen und ihren Körper rhythmisch zur Musik zu bewegen. Dabei erzählen die verschiedenen Tänze oft Geschichten, deren Wurzeln weit in die Vergangenheit zurückreichen, sind Ausdruck des Glaubens und der Volksverbundenheit oder aber Teil festlicher und kultureller Anlässe. So ergeht es auch dem Ballett, das sich im Laufe der Jahrhunderte vor allem in der westlichen Welt als die klassischste Form des Tanzes fest etablieren konnte und dieser Hinsicht zu einer bedeutenden Größe des modernen Bühnenschauspiels wurde. Ausgehend vom jüngsten Stand der Forschung, dass die Wiege des Theaters, zu dem der Tanz in seinen verschiedenen Formen zweifellos gehört, in den frühesten Formen der Stammesgesellschaften auszumachen ist, gehört das Ballett vergleichsweise zu den eher jüngeren Tanzstilen unserer Geschichte. Beginnend mit den höfischen Festen des frühen 16. Jahrhunderts, mit denen sich vor allem die italienischen Fürsten der Renaissance feierten und die nicht selten im Tanz gipfelten, ließ die Italienerin Katharina von Medici (1519 – 1589), Gattin des französischen Königs Heinrich II. (1519 – 1559), ganze Staatsakte tanzen und machte so das Ballett am Pariser Hof zu einer eigenständigen Kunstgattung. Der italienische Komponist Balthasar de Beaujoyeulx, der im Jahr 1555 als Diener engagiert wurde, erwies sich als Talent für das Ausrichten zwangloser höfischer Feierlichkeiten und wurde schließlich im Jahr 1581 beauftragt, zur Feier der Hochzeit von Marguerite de Vaudémont mit dem Herzog von Joyeuse das Stück „Comique de la Reine“ zu schaffen. Das Ergebnis, ein fünfeinhalbstündiges Spektakel, galt als das erste Ballett, das Tanz mit einer Handlung kombiniert – ein Stil, der als „Ballet de cour“ (Hofballett) in die Geschichte einging. Ein Jahrhundert lang gedieh das „Ballet de cour“ am französischen Hof und wurde dabei ein machtvolles Werkzeug, mit dem politische und allegorische Botschaften miteinander verwoben wurden. Während der Sonnenkönig Ludwig XIV. seinen Namen seiner Rolle als Gott Apollo im Ballett „Ballet de la nuit“ im Jahr 1653 zu verdanken hat, verlangte der immer öfter bis ins Detail ausgefeilte Bewegungskanon bald Spezialisten, die mit den heute ausgebildeten Balletttänzern vergleichbar sind. Im Zuge dieser Entwicklung wurde schließlich unter Anleitung von 13 prominenten Ballettmeistern die höfische Tanzpraxis erstmals standardisiert und die Ausführung der Schritte reglementiert. So fällt auch die Festlegung der fünf zentralen Positionen der Füße durch den Balletttänzer und -lehrer Pierre Beauchamp, die bis heute alle Ballettschüler als Grundlage des klassischen Tanzes lernen, in jene Zeit, die man heute als Institutionalisierung des Balletts bezeichnet. In Anlehnung an jene kulturhistorische Entwicklung, die das Ballett allmählich zu jener dramatisch-sinnlichen und zugleich auch ausdrucksvollen Kunstform werden ließ, die wir noch heute aus den unterschiedlichsten Aufführungen kennen, ist mit „Ballett – Eine visuelle Reise durch die Geschichte des Tanzes“ eine Publikation im Dorling Kindersley Verlag erschienen, die dieser besonderen Form des Tanzes ein würdiges Denkmal zu setzen vermag. Unter Federführung der Herausgeberin Viviana Durante, die selbst eine der bedeutendsten Primaballerinen ihrer Generation ist, erhalten die Leser auf 360 Seiten einen umfangreichen Eindruck davon, wie sich das Ballett im Laufe der Jahrhunderte weiterentwickelt und durch den Zeitgeschmack verändert hat: vom Spitzentanz der ersten Ballerina Marie Taglioni (1804 – 1884) bis zu den angesagten und kreativen Choreografien der Gegenwart wie die von Crystal Pite, Liam Scarlett und Wayne McGregor – um hier nur einige wenige zu nennen. Die Zeitreise, die sich dabei den Lesern offenbart und die Geschichte des Balletts – unterteilt in sechs Kapitel – in seiner Gesamtheit umfasst, setzt mit den Anfängen im 16. Jahrhundert (1550 – 1830) ein und führt unter Berücksichtigung der Entwicklungsstufen „Romantisches Ballett (1830 – 1860)“, „Klassisches Ballett (1860 – 1905)“, „Modernes Ballett (1905 – 1945)“ und „Internationales Ballett (1945 – 1975)“ bis in die Gegenwart, die mit dem Jahr 1975 beginnt. Umrahmt und begleitet von 500 spektakulären Bildern, die die ästhetische Kunstform des Balletts gebührend einzufangen vermögen, finden die Leser zahlreiche Hintergrundinformationen zu Dramaturgie und Bühnenbildern sowie die Techniken, die sich während den einzelnen Entwicklungsstufen herausgebildet haben. Diesbezüglich lassen sich in dieser Publikation auch zahlreiche Aufführungstraditionen und deren Geschichte wie „Das Bolchoi-Ballett“, das „Ballet de la nuit“, „Das Ballett der Mailänder Scala“ usw. entdecken, wobei im Gesamtwerk über 70 der berühmtesten Produktionen vorgestellt werden: Von Don Quijote bis zu Schwanensee, Romeo und Julia oder Alice im Wunderland – die allesamt detailreich besprochen werden. So zeigt sich bereits am Nussknacker, dem wohl beliebtesten klassischen Ballettstück, wie die über 70 Produktionen aufgeschlüsselt werden. Nach einer kurzen Einführung unter Nennung der zentralen Daten wie die der Uraufführung (1892) erfährt der Leser, dass Nussknacker-Suiten bereits sechs Monate vor der Uraufführung mit großem Erfolg gezeigt wurde. Dass Ballett selbst wurde dagegen eher skeptisch aufgenommen, da das Grand Pas De Deux bis Mitternacht warten musste. Die Hintergrundinformation zur Hauptfigur der Clara, die in den USA oft Marie und in Russland zumeist Mascha genannt wird, erweist sich in diesem Kontext als besonders spannend. Doch auch die Erwähnung, dass sich Clara in einigen Choreografien in die Zuckerfee verwandelt und dann das anspruchsvolle Pas de Deux mit dem Prinzen tanzt, bringt Klarheit in die verschiedenen Versionen. Doch auch die vielen Porträts der wichtigsten Komponisten, Choreographen, Compagnien und Tänzer, die das Publikum über die Jahrhunderte hinweg mit ihren Aufführungen verzaubert haben, werden hier in ästhetisch anmutender und zugleich auch informativer Weise dargestellt. Mit der Publikation „Ballett – Eine visuelle Reise durch die Geschichte des Tanzes“ ist im Dorling Kindersley Verlag eine beeindruckende Würdigung des Balletts erschienen, in der interessierte Leser durch die Herausgeberin Viviana Durante eine überaus informative und zugleich auch reichhaltig bebilderte Zeitreise dargeboten bekommen, mit deren Hilfe sich die eigentliche Dimension einer Ballettaufführung greifbar machen lässt. Die vielen Hintergrundinformationen, Porträts und historischen Fakten können dabei ebenso überzeugen, wie die liebevolle und qualitativ hochwertige Gestaltung durch den Verlag.

Sei es nun mit Partner, in Gruppen oder auch alleine – Auf der ganzen Welt und in jeder Kultur lieben es die Menschen zu tanzen und ihren Körper rhythmisch zur Musik zu bewegen. Dabei erzählen die verschiedenen Tänze oft Geschichten, deren Wurzeln weit in die Vergangenheit zurückreichen, sind Ausdruck des Glaubens und der Volksverbundenheit oder aber Teil festlicher und kultureller Anlässe.

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So ergeht es auch dem Ballett, das sich im Laufe der Jahrhunderte vor allem in der westlichen Welt als die klassischste Form des Tanzes fest etablieren konnte und dieser Hinsicht zu einer bedeutenden Größe des modernen Bühnenschauspiels wurde. Ausgehend vom jüngsten Stand der Forschung, dass die Wiege des Theaters, zu dem der Tanz in seinen verschiedenen Formen zweifellos gehört, in den frühesten Formen der Stammesgesellschaften auszumachen ist, gehört das Ballett vergleichsweise zu den eher jüngeren Tanzstilen unserer Geschichte. Beginnend mit den höfischen Festen des frühen 16. Jahrhunderts, mit denen sich vor allem die italienischen Fürsten der Renaissance feierten und die nicht selten im Tanz gipfelten, ließ die Italienerin Katharina von Medici (1519 – 1589), Gattin des französischen Königs Heinrich II. (1519 – 1559), ganze Staatsakte tanzen und machte so das Ballett am Pariser Hof zu einer eigenständigen Kunstgattung. Der italienische Komponist Balthasar de Beaujoyeulx, der im Jahr 1555 als Diener engagiert wurde, erwies sich als Talent für das Ausrichten zwangloser höfischer Feierlichkeiten und wurde schließlich im Jahr 1581 beauftragt, zur Feier der Hochzeit von Marguerite de Vaudémont mit dem Herzog von Joyeuse das Stück „Comique de la Reine“ zu schaffen. Das Ergebnis, ein fünfeinhalbstündiges Spektakel, galt als das erste Ballett, das Tanz mit einer Handlung kombiniert – ein Stil, der als „Ballet de cour“ (Hofballett) in die Geschichte einging. Ein Jahrhundert lang gedieh das „Ballet de cour“ am französischen Hof und wurde dabei ein machtvolles Werkzeug, mit dem politische und allegorische Botschaften miteinander verwoben wurden. Während der Sonnenkönig Ludwig XIV. seinen Namen seiner Rolle als Gott Apollo im Ballett „Ballet de la nuit“ im Jahr 1653 zu verdanken hat, verlangte der immer öfter bis ins Detail ausgefeilte Bewegungskanon bald Spezialisten, die mit den heute ausgebildeten Balletttänzern vergleichbar sind. Im Zuge dieser Entwicklung wurde schließlich unter Anleitung von 13 prominenten Ballettmeistern die höfische Tanzpraxis erstmals standardisiert und die Ausführung der Schritte reglementiert. So fällt auch die Festlegung der fünf zentralen Positionen der Füße durch den Balletttänzer und -lehrer Pierre Beauchamp, die bis heute alle Ballettschüler als Grundlage des klassischen Tanzes lernen, in jene Zeit, die man heute als Institutionalisierung des Balletts bezeichnet.

In Anlehnung an jene kulturhistorische Entwicklung, die das Ballett allmählich zu jener dramatisch-sinnlichen und zugleich auch ausdrucksvollen Kunstform werden ließ, die wir noch heute aus den unterschiedlichsten Aufführungen kennen, ist mit „Ballett – Eine visuelle Reise durch die Geschichte des Tanzes“ eine Publikation im Dorling Kindersley Verlag erschienen, die dieser besonderen Form des Tanzes ein würdiges Denkmal zu setzen vermag. Unter Federführung der Herausgeberin Viviana Durante, die selbst eine der bedeutendsten Primaballerinen ihrer Generation ist, erhalten die Leser auf 360 Seiten einen umfangreichen Eindruck davon, wie sich das Ballett im Laufe der Jahrhunderte weiterentwickelt und durch den Zeitgeschmack verändert hat: vom Spitzentanz der ersten Ballerina Marie Taglioni (1804 – 1884) bis zu den angesagten und kreativen Choreografien der Gegenwart wie die von Crystal Pite, Liam Scarlett und Wayne McGregor – um hier nur einige wenige zu nennen. Die Zeitreise, die sich dabei den Lesern offenbart und die Geschichte des Balletts – unterteilt in sechs Kapitel – in seiner Gesamtheit umfasst, setzt mit den Anfängen im 16. Jahrhundert (1550 – 1830) ein und führt unter Berücksichtigung der Entwicklungsstufen „Romantisches Ballett (1830 – 1860)“, „Klassisches Ballett (1860 – 1905)“, „Modernes Ballett (1905 – 1945)“ und „Internationales Ballett (1945 – 1975)“ bis in die Gegenwart, die mit dem Jahr 1975 beginnt. Umrahmt und begleitet von 500 spektakulären Bildern, die die ästhetische Kunstform des Balletts gebührend einzufangen vermögen, finden die Leser zahlreiche Hintergrundinformationen zu Dramaturgie und Bühnenbildern sowie die Techniken, die sich während den einzelnen Entwicklungsstufen herausgebildet haben. Diesbezüglich lassen sich in dieser Publikation auch zahlreiche Aufführungstraditionen und deren Geschichte wie „Das Bolchoi-Ballett“, das „Ballet de la nuit“, „Das Ballett der Mailänder Scala“ usw. entdecken, wobei im Gesamtwerk über 70 der berühmtesten Produktionen vorgestellt werden: Von Don Quijote bis zu Schwanensee, Romeo und Julia oder Alice im Wunderland – die allesamt detailreich besprochen werden. So zeigt sich bereits am Nussknacker, dem wohl beliebtesten klassischen Ballettstück, wie die über 70 Produktionen aufgeschlüsselt werden. Nach einer kurzen Einführung unter Nennung der zentralen Daten wie die der Uraufführung (1892) erfährt der Leser, dass Nussknacker-Suiten bereits sechs Monate vor der Uraufführung mit großem Erfolg gezeigt wurde. Dass Ballett selbst wurde dagegen eher skeptisch aufgenommen, da das Grand Pas De Deux bis Mitternacht warten musste. Die Hintergrundinformation zur Hauptfigur der Clara, die in den USA oft Marie und in Russland zumeist Mascha genannt wird, erweist sich in diesem Kontext als besonders spannend. Doch auch die Erwähnung, dass sich Clara in einigen Choreografien in die Zuckerfee verwandelt und dann das anspruchsvolle Pas de Deux mit dem Prinzen tanzt, bringt Klarheit in die verschiedenen Versionen. Doch auch die vielen Porträts der wichtigsten Komponisten, Choreographen, Compagnien und Tänzer, die das Publikum über die Jahrhunderte hinweg mit ihren Aufführungen verzaubert haben, werden hier in ästhetisch anmutender und zugleich auch informativer Weise dargestellt.

Mit der Publikation „Ballett – Eine visuelle Reise durch die Geschichte des Tanzes“ ist im Dorling Kindersley Verlag eine beeindruckende Würdigung des Balletts erschienen, in der interessierte Leser durch die Herausgeberin Viviana Durante eine überaus informative und zugleich auch reichhaltig bebilderte Zeitreise dargeboten bekommen, mit deren Hilfe sich die eigentliche Dimension einer Ballettaufführung greifbar machen lässt. Die vielen Hintergrundinformationen, Porträts und historischen Fakten können dabei ebenso überzeugen, wie die liebevolle und qualitativ hochwertige Gestaltung durch den Verlag.

geschrieben am 11.12.2021 | 948 Wörter | 5765 Zeichen

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